Drehbuch von Michael Potkownik 

Alle im Drehbuch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären zufällig und nicht beabsichtigt. 

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August, an einem Badesee schwimmen Marie-Christin und Johannes. Später stürmen sie auf ihre Decke und lesen sich abwechselnd aus ihren mitgebrachten Lieblingsbüchern vor. Johannes steht auf, greift sich etwas Kleingeld und geht ein Glas rote Limonade und eine Bockwurst holen. Beides teilen sie sich mit vertrauter Selbstverständlichkeit. Als es dunkel wird, radeln sie zurück in die Stadt. An einer Stelle ihres Weges wird der Feldweg vom dichten Blätterdach einer vielhundertjährigen Eiche und einer ebenso alten Linde überspannt. Übermütig grüßen sie die beiden mächtigen Stämme. „Kennst du die Geschichte von Philemon und Baucis“, ruft der Junge übermütig seiner Freundin zu. „Ja“, gibt die zurück, „die konnten einer nicht ohne den anderen leben.“ „Der Göttervater Zeus und sein Bote Hermes belohnten sie für ihre Gastfreundschaft, die ihnen einst erwiesen wurde, mit einem langen Leben und einen gleichzeitigen Tod.“ „Nicht nur das“, ergänzte das Mädchen, „In Eiche und Linde überdauern sie seitdem, als Zeichen für die Kraft der menschlichen Liebe, die Zeiten. 

AUSBLENDEN

 „Eigentlich verlief mein Familienleben in geordneten Bahnen“, beginnt er seinen Bericht, bis eines Tages das Telefon klingelte. „Hallo Michael, hier ist Anneliese, deine ehemalige Klassenkameradin“, rief sie freudig in den Hörer. ‚Ach so', dachte ich, ‚auch so eine, die gern über meine Träumereien gelacht hatte'. Ein kleiner Stich in die alte Wunde. Trotzdem sagte ich artig: „Schön, von dir zu hören.“ Dann rückte sie mit der Sprache heraus: Es ging um ein Klassentreffen. Na toll, Klassentreffen! Bussi hier und Bussi dort, hallo alter Junge. Wie Recht sie haben, graue Haare, dicker Bauch, Tränen-säcke und sieh, was aus uns geworden ist. Wer warst du? Wer bist denn du? Alles, was ich so nicht gern absolviere. Schnell fügte Anneliese, sie hatte mein Zögern bemerkt, hinzu: „Machst du mit? Würdest du kommen?“ „Das sind eigent-lich nicht meine Veranstaltungen“, erwiderte ich. „Protest!“, rief Anneliese, „Das kannst du nicht machen!“

1. Kapitel 

Der Weg nach Kahnsdorf

Einen Spalt weit öffnet der schwäbische Dichter Friedrich Schiller seine Augen und blinzelt in den sonnigen Nachmittag des 1. Juli 1785, der das Zimmer des Gartenhauses im Gut Kahnsdorf in ein freundliches Licht taucht. Hat er da jemanden rufen hören? Er lauscht auf die Geräusche seiner Umgebung, die nach und nach, er hatte tief und fest geschlafen, Form und Gestalt annehmen. Langsam hebt er seine langen Beine von der harten Lehne seines Ruhebettes und stellt die Stiefel, die er nicht ausgezogen hatte, auf die knarrende Diele. ›Meine Beine sind wohl auch eingeschlafen‹, denkt er, bekämpft das Kribbeln in den Waden und sinniert dabei: ›Dies müsse wohl auch die Ursache für den belastenden Traum sein, der ihn gequält hatte, einer schonungslosen Reise durch Kindheit, Jugend und Studium, die mit einem Misserfolg geendet hatte – wie so häufig. Selbst sein Bittgang zu den Feingeistern nach Leipzig war ihm in Traumbildern aufgezeigt wurden‹, denkt er fast belustigt. Noch während er sich seufzend aufrichtet, überfallen ihn die Erinnerungen an den Traum wie ein Echo aus tiefster Höllenqual. Er ist so vertieft, dass die Geräusche der fernen Mühle, das emsige Hämmern eines Hufschmiedes und der feine Stallgeruch des Gutsbetriebes, der sein Zimmer füllt, nicht in sein Bewusstsein dringen. Denn er befindet sich in Gedanken gerade mit seiner Lieblingsschwester Christophine auf einem Spaziergang durch den dichten Wald um Lorch. Betritt mit ihr, umhüllt von heiligem Schauer, die Gruft des Klosters, in der seit hunderten Jahren die Gebeine der Stauferkaiser ruhen, hört seinen väterlichen Freund, den Pfarrer Moser in der kleinen Dorfkirche predigen. Fast spürt er körperlich das Vertrauen, das er diesem Mann einst entgegengebrachte. Denn, ihm nacheifernd, wollte er einst selbst Pfarrer werden. Sein Lächeln schwindet, denn an die Stelle des Freundes tritt irgendwann Karl-Eugen von Württemberg. Der forderte, da war der Knabe Schiller kaum 11 Jahre alt, den begabten Sohn seines Hauptmanns und Gartenmeisters auf, diesen auf seine »Pflanzschule« zu schicken. Sein Vater erhob damals Einspruch, erlaubte sich in einem Brief zu bemerken, dass sein Sohn doch unbedingt Pfarrer werden wolle. Der Widerspruch verfing nicht. Seine Landeskinder schuldeten ihm vor allen Dingen Gehorsamkeit, forderte der Fürst machtbewusst. Sie sollten doch bedenken, dass seine Akademie kostenfreie Ausbildung gewähre und sicher auch eine Anstellung in seinem Dienst nach sich ziehen würde. Die Familie gab nach und der Junge zog als 13-Jähriger schweren Herzens in die berühmte, für ihren gnadenlosen Drill berüchtigte Pflanzschule ein, denn nur so konnte er Schaden für seinen Vater und die ganze Familie abwenden.

Das schlug ihm damals auf den Magen, wie heute Mittag die wohlschmeckende sächsische Bauernmahlzeit, mit all dem Wein, Bier und Likör aus Keller und Brauhaus.

Am Himmel leuchteten die Sterne. Heute strahlten sie nicht nur, heute füllten sie den Raum mit einer sphärischen Musik, die zu hören nicht jedem gegeben ist. Eingehüllt im samtenen Dunkel liefen die Liebenden durch Felder und Brachen. Johannes hielt Magdalena an der Hand. An den Stellen, an denen sich ihre Haut berührte, vereinten sich die Wellen des Glücks, die beide durchströmten. Immer wieder verhielten sie ihre Schritte, drehten sich zueinander und ihre Lippen fanden sich zum heißen Kuss.

So näherten sie sich langsam dem Schober, der zum Bauerngut gehörte. Geheimnisvoll stand der solide Holzbau im Licht der Nacht, das ihn in ein Schloss verwandelte. Das Tor stand offen und der Mond wies eine Bahn hinein in die Säle. Die Liebe führte die beiden über den silbernen Teppich des Mondes weit hinein in das himmlische Schloss. Nur einmal fragte Johannes: »Sollten wir nicht in unsere Kammern zurückkehren?«

Als Antwort verschloss Magdalena ihm den Mund, umschlang ihn wortlos und drängte ihren Körper an den seinen. »Nicht doch, nicht doch«, flüsterte sie. »Diese Stunde ist die Stunde der Liebe. Sie ist eine Macht, der der Mensch nichts entgegensetzen kann.«

Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären zufällig und nicht beabsichtigt.

Kristina und Michael ...................................................................... 4

August, in einem Badesee schwimmen Kristina und Michael. Später stürmen sie auf ihre Decke und lesen sich abwechselnd aus ihren mitgebrachten Lieblingsbüchern vor. Der 14-jährige Michael steht auf, greift sich etwas Kleingeld und geht ein Glas rote Limonade und eine Bockwurst holen. Beides teilt er sich mit seiner gleichaltrigen Klassenkameradin in vertrauter Selbstverständlichkeit. Als es dunkel wird, radeln sie zurück in die Stadt. An einer Stelle ihres Weges wird der Feldweg vom dichten Blätterdach einer vielhundertjährigen Eiche und einer ebenso alten Linde überspannt. Übermütig grüßen sie die beiden mächtigen Stämme. Sie kennen die Geschichte von Philemon und Baucis, die einer nicht ohne den anderen leben wollten. Von Zeus und Hermes belohnt, nach ihrem gleichzeitigen Tod, zum Zeichen für die Kraft menschlicher Liebe, als Eiche und Linde die Zeiten überdauern.

Auszug aus einem Brief Johannes an seinen Freund Martin Luther

[…] Zurück zu meinen Schäfchen im Urwald.

Wie Kinder sind sie, hören die Predigt, nehmen das Abendmahl und ziehen in den Wald, um einen ihrer Feinde zu verspeisen. Einmal kamen zwei bewaffnete Indianer mit einem Kanu ins Dorf. In unserer Mission wollten sie ein christliches Leben, was sie uns mit treuen Augen versicherten, führen. Sie fanden schnell Unterkunft und Aufnahme in unserer Gemeinschaft. Bald trugen sie Kreuze an ihrem Hals, legten einen Lendenschurz um und halfen der Gemeinschaft. Eines Tages machte mich ein Späher darauf aufmerksam, dass die beiden ab und an flussaufwärts verschwanden, um danach mit einem Kanu voller Fische zurückzukehren. Was sie taten? Nun, sie aßen gemeinsam zwei kriegsgefangene Indianer. Daraufhin angesprochen, sahen sie mich treuherzig an und versprachen, diesen entsetzlichen Brauch abzulegen.

Zwei Reiter kamen auf den Gutshof. Sie lenkten, als wären sie vertraut mit der Umgebung, ihre Pferde zum Stall. Einer von ihnen, gut gewachsen, in Reiterstiefeln und Mantel, kam, Hut schwenkend und rufend, nach wenigen Augenblicken über die Brücke, die den ehemaligen Burggraben überquerte, zur Gesellschaft gestürmt, die sich bereits zum Empfang erhoben hatte. Minna und Dora liefen jubelnd dem Ankömmling entgegen, fielen ihm um den Hals. Es war die Freude, endlich vereint zu sein.

Christian Körner, kein anderer war es, schwenkte die jungen Frauen, die eine links, die andere rechts und rief dabei, voller Ungeduld: »Wo ist mein Schiller?«

»Komm!«, rief Minna, »er sitzt mit uns an der Kaffeetafel und wartet, wie wir, auf dein Eintreffen.«

Den Hausherren begrüßte Körner, wie es die Regel verlangte. Doch dabei war schon im: »Zum Gruß, Freund Gottlieb« die Ungeduld zu spüren, die ihn mit großen Schritten trieb, seinen Freund Schiller endlich in die Arme zu schließen, was der Gottlob Ernesti mit einem verständnisvollen Lächeln quittierte.

Abschied von der Wartburg 

Jetzt war der März gekommen, die ersten Schneeglöckchen zierten die Wiesen. Zeit, mein Versprechen, die Wartburg zu verlassen, einzulösen. Morgen früh würden wir beide, Johannes und ich, den Weg in die unruhige Heimat antreten. Ein Lächeln glitt über mein Gesicht und ich hörte meinen Johannes sagen: „Bereits damals, auf dem Hof des Leipziger Buchdruckers, als ich dich das erste Mal sah, in der schwarzen Kutte, die fast nur Haut und Knochen bedeckte und deine Stimme hörte, fühlte ich, mehr noch als ich es wusste: Der dasteht, spricht für den Vater im Himmel, dem er vertraut und er wird nicht wanken und weichen den falschen Propheten, die Gott sagen, aber nur sich selber meinen, den Kampf anzusagen.“

Ich fühlte mich gemustert, lächelte wie ich mich jetzt sah, als Junker, dem die Kleidung sichtbar straff auf dem Leib saß und hörte die Stimme meines Freundes: „Martinus, die Pferdemedizin hat dir sichtlich gutgetan!“

Ich hatte geantwortet: „Das hat sie, Johannes, und deshalb wird, uns nachfolgend, ein ganzes Fässchen dieser „Pferdemedizin“ nach Wittenberg folgen. Dort wollen wir sie verfeinern und im ganzen Land verbreiten.“

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